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SOA – der Tod von ERP? 4 Thesen zu den Auswirkungen von SOA auf ERP-Welt und ERP-Community

Folgt man Bruce Richardson von AMR Research, so wird die fortschreitende Einführung Service Orientierter Architekturen dazu führen, das es spätestens in den Jahren 2010 folgende einen ERP-Markt so wie wir ihn heute kennen nicht mehr gibt.

Dies betrifft insbesonders die “großen” ERP-Anbieter, deren monolithische ERP-Systeme sich bis dahin selbst überlebt haben werden. Bye, bye Dinos. “Standardsoftware” weicht künftig flexiblen, individualisierten Services.

Es leuchtet ein, das sich damit einhergehend auch der ERP-Markt verändert. Tot wird dieser Markt aber sicher künftig nicht sein. Auch wird es weiterhin ERP als unternehmerische Aufgabe und entsprechende ERP-Systeme geben. Richardsons “Doomsday Scenario” ist daher eher ein schönes Beispiel für cleveres Marketing a la US-amerikanischer “Advisory Services” als eine sichere Prognose …

Was bedeutet ein sich künftig im Zuge von SOA stark wandelnder Markt aber nun für die ERP-Welt allgemein bzw. für die ERP-Community? Dazu 4 Thesen von mir:

  1. Wenn sich die Märkte ändern, ändert sich zwangsläufig auch das Verhalten der Marktteilnehmer. Erste Anzeichen gibt es bereits. So strebt man auf Anbieterseite z.B. verstärkt nach “Coopetition”. (Diese Wortschöpfung setzt sich aus den englischen Begriffen “cooperation” und “competition” zusammen. Sie bezeichnet eine “horizontale” Kooperation auf der gleichen Wertschöpfungsstufe, während die Kooperationspartner auf dem Markt für das Endprodukt “vertikal” in Wettbewerb zueinander stehen.) Die im werden begriffene europäische SOA Software Alliance versteht sich dabei in erster Linie als Gegengewicht zu Großkonzernen. SOA zwingt also die Anbieter gewissermassen zu vermehrter Kooperation und Interaktion, um sich im Markt behaupten zu können.
  2. Wo aber bleiben die Anwenderfirmen in dieser Allianz? Will man eine hochgradig an die Geschäftsprozesse der Kunden angepasste bzw. anpassbare Software(architektur) bereitstellen, so geht das nicht ohne den stärkeren Einbezug der Kunden in den Entwicklungsprozess und eine insgesamt stärkere Interaktion zwischen Anbietern und Kunden. Künftig werden daher Anbieter stärker als bislang mit den Anwenderfirmen zusammenarbeiten müssen, um im Markt erfolgreich zu sein.
  3. Der marktgetriebene Zwang zu stärkerer Interaktion sowohl zwischen Anbietern untereinander, als auch zwischen Angebot und Nachfrage in der ERP-Welt, begünstigt die Herausbildung von Community-Strukturen.
  4. Im gleichen Maße wie “Monokulturen” bei den ERP-Systemen verschwinden, werden auf einzelne Systeme bzw. Hersteller ausgelegte Netzwerke und Communities zunehmend in einer allgemeinen und umfassenden ERP-Community aufgehen. Willkommen …*-)

Ist SOA somit also nicht nur der Treiber für einen fundamentalen Wandel im ERP-Markt, sondern auch der Treiber schlechthin für das Entstehen einer allgemeinen ERP-Community, die der ERPSCOUT-Vision nahe kommt?

Wie denken Sie darüber, liebe ERPler?

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