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Web 2.0, Couch Potatoes und die ERP-Community

Vom 15. bis 18. April fand in San Francisco die vielbeachtete Web 2.0 Expo statt.

Als kleine Nachlese zu diesem von Tim O´Reilly veranstalteten Event möchte ich ihnen eine wichtige Erkenntnis des US-Marktforschers Bill Tancer von Hitwise nicht vorenthalten.

Tancer hat das Publikumsverhalten auf Web 2.0-Seiten untersucht und festgestellt, das die Web-2.0-Seiten zwar äußerst populär seien, aber die eigentlichen “Next-Generation”- bzw. Mitmach-Funktionen nur von einer kleinen Minderheit genutzt werden.

Tancer nennt u.a. das Beispiel YouTube, wo nur 0,16 Prozent aller Besucher selbst ein Video online stellen. Bei der Foto-Community Flickr laden nur 0,2 Prozent der Besucher neue Fotos hoch.

Überwiegend seien, so Tancer gegenüber Reuters, eigentlich nur Voyeure im Web 2.0 unterwegs, die lieber nur passiv konsumieren und zuschauen würden, statt selbst etwas zu kreieren, und damit quasi das Web-Pendant zu den Couch-Potatoes der Generation TV darstellen.

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen und entsprechenden Untersuchungen zu Web 2.0 in Deutschland.

Trotz dieser bislang verschwindend geringen Besucher-Beteiligung erfreuen sich die Web 2.0-Communities laut der Hitwise-Studie aber stetig wachsender Beliebtheit. So entfallen mittlerweile rund zwölf Prozent des US-Internetverkehrs auf Web 2.0-Seiten. Vor zwei Jahren belief sich der Anteil auf lediglich zwei Prozent. Klar das damit community-orientierte Websites für Marketing und Werbung oder ein entsprechendes Investment immer interessanter werden, selbst wenn die eigentliche Community überwiegend passiv bzw. rezeptiv ist.

Fazit: Liebe Couch-Potatoes der ERP-Community, ihr seid also nicht allein und liegt voll im Trend …*-). Weiterhin sind alle herzlich eingeladen, den ERPSCOUT und das ERPSCOUT-Blog zu besuchen. Schauen Sie einfach mal rein, mitmachen muss ja nun wirklich nicht sein …*-)

Ob sich mit der Zeit eine Trendumkehr vom Voyeurismus und passiven Informationskonsum hin zu mehr Partizipation und aktiver Teilhabe der Internetnutzer vollziehen wird, nur weil durch Web 2.0 mehr entsprechende Angebote und Mittel bereitstehen, darf getrost bezweifelt werden, schaut man sich das Verhalten der Menschen in der “realen” Welt an.

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